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Diablo

Aus Diablo Wiki

(Weitergeleitet von Diablo 1)

In Diablo wählt sich der Spieler zunächst eine Spielfigur; darin besteht der Rollenspielcharakter des Spiels. Es gibt drei verschiedene Charakterklassen, mit denen er sich in die Welt Diablos wagen kann: den Krieger (Warrior), die Jägerin (Rogue) und den Magier (Sorcerer).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Charakterklassen

Der Warrior ist ein wagemutiger Mann des Nahkampfs aus Khanduras, der handwerklich begabt ist und mit schweren Waffen gut umzugehen weiß. Er hat ein schwaches Verständnis für die Magie, gleicht dies jedoch durch seine überragende Physis aus.

Die Rogue entstammt einer Gilde aus Bogenschützen, den Sisters of the Sightless Eye. Sie kann hervorragend mit Distanzwaffen und nicht schlecht mit Magie umgehen. Außerdem hat sie den sechsten Sinn, mit dem sie Fallen erkennen und entschärfen kann.

Der Sorcerer aus der Bruderschaft der Vizjerei ist von schwacher Konstitution. Er studiert jedoch die Geheimnisse der Magie und weiß sich mit Feuer-, Blitz- oder generellen Magiezaubern oft besser als andere zu helfen.

Eine jede Figur hat vier Charakterwerte: Stärke, Magie, Geschicklichkeit und Vitalität. Aus diesen ergeben sich Sekundärqualitäten: Rüstungswert, Trefferwahrscheinlichkeit, Lebens- und Manapunkte und Schadensvermögen. Es gibt darüber hinaus noch Resistenzen gegen Magie, die aber nicht von den Charakterwerten abhängen. Alle Werte können durch die Ausrüstung der Spielfigur verbessert werden.

Durch Töten von Monstern erhält die Figur Erfahrungspunkte und die Möglichkeit, höhere Level zu erreichen. Pro Levelaufstieg erhält der Spieler 5 Punkte, die er beliebig auf die vier Charakterwerte seiner Figur aufteilen kann, bis sie einen jeweils von der Klasse abhängenden Maximalwert erreicht haben.

[Bearbeiten] Handlung

Mit der Spielfigur seiner Wahl begibt sich der Spieler zunächst in die Stadt Tristram, unter der das Böse erwacht ist. Die Bewohner der Stadt leisten dem Spieler unterschiedliche Dienste, z. B. Heilung, Reparatur und den An- bzw. Verkauf von Büchern, Tränken oder Rüstungsteilen.

Diablo ist einer von drei Brüdern, die die drei großen Übel genannt werden: Mephisto, der Herr des Hasses, Baal, der Herr der Zerstörung, und Diablo, der Herr des Schreckens. Sie wurden einst nach langem Krieg zwischen Himmel und Hölle von den Horadrim besiegt und in sogenannten Seelensteinen gefangen. Diablo treibt nun sein Unwesen unter und um Tristram, unter dem sein Seelenstein versenkt worden war. Er vergiftete den Geist des einstigen Königs des Landes, Leoric, und verführte auch den Erzbischof Lazarus dazu, ihm eine körperliche Existenz wiederzubeschaffen, und stiftete ihn zu Bösem an. Lazarus entführte daraufhin den Sohn des Königs Leoric, was diesen langsam in den Wahnsinn entgleiten ließ. Viele Bewohner Tristrams verschwanden oder wurden umgebracht. Die entweihte Kirche Tristrams und deren Katakomben beherbergen nun böse Kreaturen.

[Bearbeiten] Spielprinzip

Der Held begibt sich zur imposanten Kirche Tristrams. Er kämpft gegen Monster und wird dabei selbst stärker. Er findet unterschiedlichste Gegenstände wie Waffen und Rüstungsteile, die ihn mit ihren besonderen Eigenschaften unterstützen, oder Zauberbücher in Bibliotheken, die ihm ermöglichen, sich mit Magie zu helfen, und gelangt dabei immer tiefer in das Labyrinth unter der Stadt. Oft stößt er auch auf geheimnisvolle Schreine, die ihre gute oder schlechte Wirkung entfalten, wenn sie berührt werden, oder auf Truhen und Sarkophage, die teilweise durch Fallen gesichert sind und in denen nützliche Dinge enthalten sein können.

Im Singleplayer-Modus muss er dabei immer wieder Aufgaben (Quests) erfüllen, die ihm häufig die Bewohner der Stadt erteilen, und die eine oder andere Belohnung einbringen. Am Ende seines beschwerlichen Weges steht der Kampf gegen Diablo. Der Multiplayer-Modus enthält nur wenige dieser Aufgaben, stattdessen kann man hier mit anderen Spielern zusammen spielen, und die Monster sind stärker.

[Bearbeiten] Gegenstände

Die Gegenstände (Items), die im Spiel vorkommen, unterteilen sich in Waffen (Bögen, Äxte, Keulen, Schwerter, Stäbe), Rüstungen, Helme, Ringe, Amulette, Schilde, Bücher, Schriftrollen, Tränke und Gold. Die meisten dieser Gegenstandsklassen gliedern sich in verschiedene Untertypen, beispielsweise gibt es unter den Schwertern Kurzschwerter (Short Swords), Breitschwerter (Broad Swords), Krummsäbel (Falchions), Zweihandschwerter (Two-Handed Swords), usw. Einen besonderen Stellenwert unter den magischen Gegenständen haben die einzigartigen Gegenstände (Unique Items). Magische Items haben eine oder zwei magische Eigenschaften. Unique Items sind Gegenstände, die bis zu sechs verschiedene magische Eigenschaften und einen eigenen Namen haben, daher die Bezeichnung "Einzigartiger Gegenstand".

[Bearbeiten] Monster

Die Monster, denen man über den Weg laufen kann, sind einer von drei Klassen zuzuordnen, die da wären: Untote (Undead), Tiere (Animals) und Dämonen (Demons). Gegen jede Klasse empfiehlt sich eine unterschiedliche Vorgehensweise. Inhaltlich sind die Monster einem der drei Brüder untertan, was sich im jeweiligen Verhalten niederschlägt. Zu Mephisto gehören die Untoten, Gefallenen und Missgestalteten. Baals Kreaturen sind Diener des Chaos und der Zerstörung. Sie treten gerne in Gruppen auf. Diablo zählt die Hinterhältigen und Furchterregenden zu seinen Dienern. Je tiefer der Held in das Labyrinth vordringt, desto stärker werden die Monster. Gelegentlich treten sie auch mit einem besonders starken Anführer zusammen auf.

[Bearbeiten] Magie

Aus der Zeit der Horadrim entstammt das Erbe an Wissen über die Mysterien der Magie, das die Zauberer des Ostens lange studiert und konserviert haben. Die Effekte aus der magischen Sphäre sind dreierlei Art: Es gibt Feuer-, Blitz- und generelle Magiezauber. Sie werden erlernt, indem der jeweilige Held ein Buch liest. Anders als in Diablo II haben nicht alle Charaktertypen verschiedene Fertigkeiten, die sie erlernen können, sondern in Diablo 1 kann praktisch jede Charakterklasse jeden Zauber erlernen, sofern man die entsprechenden Bücher auftreibt und lesen kann. Dies erfordert je nach Stufe des Zaubers mehr oder weniger Magiepunkte.

Gegen alle drei Magiearten können Spielfiguren wie auch Monster in einem bestimmten Grad resistent, letztere auch immun sein. Feuer- und Blitzzauber sind häufig Angriffszauber, wie etwa die Feuerwand oder der Kettenblitz. Generelle Magiezauber sind unterschiedlicher Art. Sie umfassen Zauber wie Heilung, Telekinese, Wiederbelebung oder Herbeirufung eines Golems.

[Bearbeiten] Quests

Im Singleplayer-Modus wird der Held regelmäßig durch bestimmte Ereignisse in ein spezielles Abenteuer verstrickt. Er wird beispielsweise angehalten, frisches Wasser für die Stadtbewohner zu finden, weil der Brunnen vergiftet ist. Ein anderes Mal schickt ihn die Dorfhexe auf die Suche nach Zutaten für ihre Elixiere oder er begegnet dem ehemaligen Kapitän der Armee des wahnsinnig gewordenen Königs Leoric, den ein Fluch zwingt, tief unter der Kirche auszuharren und auf Hilfe zu warten. Die Lösung dieser Aufgaben ist nicht immer zwingend, es winkt aber häufig eine recht ansehnliche Belohnung.

[Bearbeiten] Rezeption

Die drei Schwierigkeitsstufen, die zufällige Generierung der Dungeons samt Inhalt und das immer gegebene Potential zur Verbesserung der Spielfigur ergeben einen hohen Wiederspielbarkeitsfaktor. Auch die zahlreichen Varianten und Modifikationen, die im Laufe der Zeit für Diablo entwickelt wurden, demonstrieren sein Wiederspielbarkeitspotential, aber auch sein Rollenspielpotential. Der wichtigste Faktor ist jedoch der Multiplayer-Modus. Blizzard stellt bis heute gratis eine Plattform zur Verfügung, das Battle.net, auf der Spieler aus aller Welt online zusammen Blizzard-Spiele spielen oder chatten können. Dem ersten Beta-Test des Battle.nets nur wenige Wochen vor Release des Spiels folgten viele erfolgreiche Jahre, denen Diablo seinen einzigartigen Rang schuldet. Nicht nur das gemeinsame Spielen, auch Duelle unter Spielern waren stets sehr beliebt und sind es auch heute noch.

Selbst fast 10 Jahre nach dem Release Diablos loggen sich jeden Tag Spieler in das Battle.net ein, um Diablo zu spielen. Die Diablo-Community existiert immer noch, jedoch fristet sie durch ihre mittlerweile starke Dezimierung ein kaum noch beachtetes Dasein. Zu den aktivsten Communities in Europa zählen die deutsche und die polnische.

Bis 2001 hat Blizzard sich noch um Diablo gekümmert und Patches herausgebracht, die Fehler beheben oder auch Spielinhalte beeinflussen. Über die aktuelle Versionsnummer kann sich jeder hier informieren.

Der überragende Erfolg von Diablo und des ein Jahr später erschienenen Rollenspiels Baldur’s Gate führte Ende der 1990er Jahre zu einer Renaissance des Computer-Rollenspiel-Genres, welches zu jener Zeit eher als trocken und altmodisch galt. Aufbauend auf dem Erfolg dieser Spiele und der plötzlichen Nachfrage an neuen Rollenspielen konnten auch viele andere Rollenspiele wieder Erfolge feiern.

[Bearbeiten] Entwicklung

Zurück geht alles auf David Brevik und die Schaefer-Brüder. 1993 gründeten diese Herren Condor. Inspiriert durch Spiele wie Nethack, Moria und Angband und fasziniert von Tolkien und Might & Magic kamen sie auf die Idee, ein Spiel zu entwickeln, das ihren an diesen Vorbildern orientierten Vorstellungen entsprach. Die Echtzeit-Abläufe und die Point&Click-Steuerung Diablos waren ursprünglich noch nicht vorgesehen. Stattdessen sollte Diablo ein rundenbasiertes DOS-Spiel werden. Erst die Zusammenarbeit mit Blizzard, unter dessen Führung sie ihr Projekt in Angriff nehmen konnten, wurde Diablo als Windows-Echtzeitspiel neu konzipiert.

Was sich sonst alles an Diablo im Laufe der Zeit verändert hat, lässt sich häufig nur erahnen. Ausgebootete Quests, Monster, Spells oder Grafiken, die später durch Modifikationen ihren Weg zurück ins Spiel gefunden haben, oder in Hellfire oder in Diablo 2 wieder auftauchten, sind nur die unbeseitigten Hinterlassenschaften einer Entwicklungsarbeit, die unter Zeitdruck stand. Condor wurde kurz vor dem Release Diablos von Blizzard übernommen und in Blizzard North umbenannt.

[Bearbeiten] Diablo-Erweiterung: Hellfire

Im selben Jahr, in dem Diablo erschienen war, also 1997, wurde Synergistic Software, ein Mitglied der Sierra-Gruppe, mit der Entwicklung einer Erweiterung für Diablo beauftragt. Der zeitliche Rahmen für diesen Auftrag war sehr eng gesteckt und tatsächlich wurde Hellfire noch im Dezember 1997 herausgebracht. Leider kam es durch diesen Umstand als unfertiges Spiel auf den Markt, dem man ansah, dass es unter Zeitdruck entstanden war, und mit dem auch seine Entwickler nicht zufrieden sein konnten, da zu vieles auf der Strecke geblieben war. Die Meinungen über Hellfire sind daher gespalten - einerseits wird Hellfire als interessante Ergänzung zu Diablo angesehen, andererseits haben es seine vielen negativen Seiten auch vielen verleidet. Eine Einbettung Hellfires in die Storyline von Diablo fehlt beispielsweise. Einen Multiplayer-Modus gab es nicht. Er konnte zwar nachträglich mit einem Hack freigeschaltet werden, jedoch war Hellfire immer vom Battle.net, Blizzards Gratis-Plattform für das Online-Spielen und Prunkstück Diablos, das wesentlich den sensationellen Erfolg dieses Spiels begründete, ausgeschlossen.

[Bearbeiten] Neuerungen im Einzelnen

  • Zwei neue Dungeon-Bereiche zu je 4 Levels mit neuem Layout
    Das Hive (oder Festering Nest) und die Krypta (Crypt) kamen hinzu. Das Hive stellt eine unübersichtliche organisch anmutende Gegend dar, in der sich Würmer, Spinnen und ähnliche Kreaturen tummeln. Am Ende dieses Molochs wartet der Defiler, ein insektoides Monster, dessen Tod dem Helden schließlich den Zugang zur Krypta ermöglicht. Hier taucht der Held in eine unheimliche Krypta hinab und muss es mit Lichs, Untoten und diversen anderen gruseligen Gestalten aufnehmen. Das Finale besteht in der Vernichtung Na-Kruls.
  • Drei neue Charakterklassen
    Der Mönch (Monk) war die einzige offizielle neue Charakterklasse. Er ist sehr versiert im Kampf mit dem Stab, kann jedoch auch gut zaubern. Mit einem kleinen Trick konnten der Barbar und die Bardin für das Spiel freigeschaltet werden. Diese beiden Charakterklassen sind der eiligen Entwicklung des Spiels zum Opfer gefallen; sie haben noch nicht einmal einen eigenen Grafiksatz. Der Barbar ist die verschärfte Version des Kriegers. Er hat kein magisches Potential, stattdessen eine gewaltige Stärke und Robustheit - kurzum, er ist ein echter Berserker. Die Bardin ist vielseitig, hat ihre Stärken jedoch im Nahkampf, da sie zwei Waffen gleichzeitig führen kann. Im Grunde genommen kann sie alles, jedoch nichts optimal.
  • 10 neue Zaubersprüche, über 20 neue Monstertypen, zahlreiche Unique Items, einige neue Item-Typen und 6 neue Quests
    Öle, die handwerkliche Arbeiten simulieren, und Runen, die als Fallen eingesetzt werden, konnten den Helden von nun an auf seinem Weg begleiten. Dennoch waren vielen vor allem die schlecht gearbeiteten Monster ein Ärgernis.
  • Die Rennen-Option und der Cornerstone of the World
    In Hellfire ist es möglich, in der Stadt zu rennen. Was viele Diablo II-Spieler nicht missen wollen würden, war in Diablo generell nicht machbar und ist in Hellfire ein eindeutiger Pluspunkt. Der Cornerstone of the World ist ein Ort im Spiel, an dem man einen Gegenstand verwahren und auf andere Spielfiguren übertragen kann.


[Bearbeiten] Weblinks